Fragen an Anika Brüggemann

Anika Brüggemann (Grüne)

Frage: 

Anika, wann kam für Dich eigentlich das erste Mal der Gedanke auf, Kandidatin für das Amt der Bürgermeisterin der Gemeinde Gleichen zu werden?

Anika Brüggemann: 

Ich gestehe, ich fand die Vorstellung, für das Amt zu kandidieren von Beginn an attraktiv. Ich sah mich jedoch zunächst schlichtweg – aufgrund meiner so frischen Zugehörigkeit zur politischen Landschaft dieser Gemeinde – noch nicht in der Position, dies offen zu sagen. Ich erinnere mich an eine erste Äußerung vom Vorstand des Ortsverbands der  Fraktion  Bündnis 90/Die Grünen in Gleichen vor ca. eineinhalb Jahren, die darauf hindeutete, dass die anderen regelmäßigen Teilnehmer unserer Fraktionssitzungen den Gedanken auch schon einmal untereinander ausgetauscht hatten. Im Sommer stand dann die Frage offen im Raum und ich bekundete erstmals mein grundsätzliches Interesse, erbat mir jedoch noch ein bisschen Bedenk- und Rücksprachezeit mit meinem Mann, meinem Kollegen und anderen.

Inzwischen habe ich mich klar dafür entschieden und sehe der nächsten Zeit mit Spannung entgegen.

 

Frage: 

Was genau reizt Dich an dieser Aufgabe?

Anika Brüggemann: 

Die Ausübung des Bürgermeisteramtes wäre für mich eine attraktive Herausforderung, mein bisheriges politisches Engagement statt in meiner Freizeit im beruflichen Rahmen als Leitung der Verwaltung mit entsprechender Impulssetzung und Gestaltung auszuüben. Theoretische und praktische Kenntnisse, die für dieses Amt zwar nicht Voraussetzung, jedoch von großem Vorteil sind, habe ich über Studium, Referendariat, Beruf und bisherigen politischen Einsatz erworben. Außerdem fühle ich eine große Verbundenheit mit dieser Gemeinde, die mit unserem Hauskauf 2012 in Diemarden in einem klaren Standortbekenntnis unserer Familie mündete. So ist meine Motivation, die Gemeinde auch in Zeiten des demografischen Wandels attraktiv zu halten und entsprechend zu gestalten auch privat begründet.

 

Frage:

An das Amt der Bürgermeisterin sind viele Erwartungen geknüpft: Es gilt, die Bedürfnisse der Gemeinde und ihrer Bürger zu erkennen und eine Umsetzung zu ermöglichen, die mit den wirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen der heutigen Zeit harmoniert. Dabei sind immer verschiedene Interessen gegeneinander abzuwägen. Welche Voraussetzungen bringst Du mit, diese Erwartungen zu erfüllen?

Anika Brüggemann: 

In meinem Beruf als Rechtsanwältin, den ich immer sehr menschennah betreibe, stehen Interessensermittlung und –vertretung wie auch der Umgang mit Gesetzen und Vorschriften sowie Ämtern und Behörden im Fokus. Durch die Vielseitigkeit der Probleme und Geschichten, die in den letzten fast neun Jahren an mich herangetragen wurden, habe ich einen guten Überblick über die Belange der Menschen in den verschiedensten Lebenslagen gewonnen. Dabei bin ich Belastung und Kritik gewohnt und habe auch den Umgang mit und die Vermittlung von Erfolgen und Niederlagen gelernt. Oft habe ich in Mediationsverfahren an Lösungen gearbeitet, die einen vernünftigen Ausgleich für verschiedene Interessen bereithalten. Wichtig ist, zunächst jedem zuzuhören, um zu verstehen, warum für den einen oder anderen eine zunächst richtig erscheinende Lösung Probleme birgt. Durch dieses Verständnis ist es dann oft möglich, eine noch bessere Lösung zu finden.
Das Verständnis für die Interessen und die Struktur der Gemeinde Gleichen habe ich insbesondere in der Zeit meines politischen Engagements im Gemeinderat erlangt, das nicht zuletzt durch die schwierige Diskussion um die Schulstandortfrage geweckt wurde.

 

Frage: 

Mutter und berufstätig zu sein, bist Du ja schon lange gewöhnt. Dennoch würde sich aus dem Amt sicher eine ganz andere Belastung ergeben: viele Abendtermine, Sondersitzungen und und und – kein Job von 8 bis 17 Uhr. Wie passt das für Deine Familie?

Anika Brüggemann: 

Mein Mann und ich sind es gewohnt, Arbeit, politische Termine und Kinder unter einen Hut zu bringen, so dass hier kaum eine für mich unbekannte, nicht einschätzbare Belastung zu erwarten ist. Außerdem habe ich volles Vertrauen, dass beide Jungs sowohl im Kindergarten und in der Schule Diemardens als auch bei meinem Mann in den besten Händen sind! Dennoch möchte ich betonen: Ich verstehe unter Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht, dass Kinder ihre Eltern nicht mehr sehen. Das gilt für Väter genauso wie für Mütter!

Updated: 19. März 2014 — 15:43
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