Irgendwo zwischen Bullerbü und Villa Kunterbunt…

…liegt das Reiterparadies in Deiderode. Als ich das Gelände betrete, fühle ich mich sofort an diese beiden Orte meiner Lieblings-Kinderbücher erinnert. Es fallen die vielen Farben auf, mit denen Pferdeboxen, Geländer und Bauwägen gestrichen sind. Kinder- und Elternhände waren das, das sehe ich sofort und freue mich darüber. Über einen gepflasterten Hof gelange ich in die Nähe der kleinen Reithalle, die vom Nachbarn gemietet ist. Noch zwei Schritte weiter und ich bleibe überrascht stehen: ich staune über den zauberhaften Blick über das Leinetal, der bis nach Göttingen reicht! Rechts und links verteilt kann ich Schaukeln und Baumstämme als gemütliche Sitzgelegenheiten ausmachen, möchte mich am liebsten gleich hineinsetzen. Etwas talwärts der neu entstandene Reitplatz. Es ist wirklich ein wenig paradiesisch hier!
Vor mir ein kleiner Berg mit Schlafsäcken und Gepäck. Es war Feriencamp für die Reiterkinder. Und das heißt: alle blieben über Nacht!
Jetzt höre ich es trappeln, eine kleine Reiterherde nährt sich nach einem Ausritt dem Hof. Ich sehe, dass alle glücklich und erschöpft auf ihren Tieren sitzen, absitzen, absatteln, und nun geht es nochmal richtig los: die Pferde werden geputzt, in eine Decke gewickelt, versorgt. Der Hof wird gefegt und aufgeräumt.

Und in der Mitte des Geschehens steht die Chefin Frau Mücke und achtet sorgfältig, freundlich und dabei auch ein wenig streng darauf, dass sich niemand verdrückt.
Ich ahne, was für eine tolle Arbeit hier geleistet wird. Ich höre, dass es viele Liebhaber dieses Reiterparadieses gibt. Und nicht nur die Kinder in der Kinderzeit finden hier ein zweites Zuhause. Weit über ihre Kinder- und Jugendzeit halten die Reiter hierher Kontakt: ein zweites zuhause läßt man nicht einfach so hinter sich, wie ein zu klein gewordener Mantel.

Schade nur, dass diese Arbeit so spärlich vergütet wird. Es wird Zeit, dass hier nach zusätzlichen finanziellen Möglichkeiten gesucht wird.

Demnächst tagt der Sozialausschuss hier. Da wird er sich überzeugen können, dass es richtig war, den Bau des Reitplatzes zu genehmigen. Und er wird hoffentlich fantasievoll nach weiteren Möglichkeiten suchen, dieses Reiterparadies zu unterstützen. Und Möglichkeiten finden!

Updated: 15. Mai 2014 — 13:06
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